Freistellung


Nach einer verhaltensbedingten Kündigung wird der Arbeitnehmer in der Regel freigestellt. Damit will der Arbeitgeber zum einen demonstrieren, dass ihm die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses im Hinblick auf das pflichtwidrige Verhalten des Mitarbeiters nicht mehr zuzumuten ist. Zugleich will er aber auch den Arbeitsplatz des Lowperformers möglichst bald wieder mit einem kompetenten Mitarbeiter besetzen, und er will verhindern, dass der in Unehren entlassene Arbeitnehmer aus Rache Schaden im Betrieb anrichtet. Gerade dann, wenn der Arbeitgeber befürchten muss, dass der Arbeitnehmer Daten aus der EDV kopiert oder wichtige Daten oder Dateien löscht, wird er an einer sofortigen Freistellung interessiert sein.

Im gekündigten Arbeitsverhältnis wird ein überwiegendes Interesse des Arbeitgebers an der sofortigen Freistellung des Arbeitnehmers bis zum Ablauf der Kündigungsfrist angenommen. Im ungekündigten Arbeitsverhältnis ist eine einseitige Suspendierung des Mitarbeiters ohne vertragliche Vereinbarung jedoch unzulässig, weil dem Arbeitnehmer aus seinem Persönlichkeitsrecht ein Anspruch auf vertragsgemäße Beschäftigung zusteht.